| Nudeln machen glücklich

wenn man sie denn lässt, oder
was eine sinnvolle Futterumstellung bewirken kann

Mein Krümel, hat viel Schlimmes in seiner frühesten Jugend erlebt und tief verinnerlicht:  Angriff ist die beste Verteidigung – wenn man nicht zu Schaden kommen möchte.
Das geht beim Terrier relativ schnell, weil Menschen viele Jahrhunderte Zuchtauslese betrieben haben, um genau das zu erreichen: Ein Hund, der alleine in die Höhle eines dreimal so großen Gegners eindringt, um ihn dort hinauszutreiben, muss schon fast psychopathisch veranlagt sein und zu einem gewissen Maß an unnatürlicher Selbstüberschätzung neigen, bis hin zur Suizidgefährdung  sonst wäre der Job eines Terriers gar nicht zu machen.   
Krümel ist genau so ein Exemplar und ich schätze sein großes Kämpferherz sehr,
stellt er es mir 24/7 bedingungslos zu meinem Schutz zur Verfügung.
Manchmal etwas anstrengend, denn  nach sieben Jahren sollte sogar er verstanden haben, dass ich mit dem Postboten durchaus alleine fertig werde und das Motorräder, Autos, LKWs, Trecker und andere landwirtschaftliche Maschinen ihn nicht zum Duell fordern, aber nun gut, er ist wie er ist und dafür liebe ich ihn, in guten wie in schlechten Zeiten.
Ich habe schnell gelernt ihn gut zu lesen, ungemein wichtig, wenn einem nicht viel Zeit bleibt für eine Reaktion. Wir haben mittels Hausleine gelernt, dass zu Hause Ruhe angesagt ist und ich habe erlebt was er für große Fortschritte gemacht hat, indem er immer mehr darauf vertraute, dass ich gute Entscheidungen für uns beide treffe –
wenn mir denn die Zeit dazu geblieben ist.
Ich habe ihn immer wieder gefördert, ihn mit mir als Unterstützung mit Neuem konfrontiert und ihm Möglichkeiten geboten selbstständig Probleme zu lösen, um sein Selbstbewusstsein zu stärken. Denn es ist ein riesiger Trugschluss dass Hunde, die scheinbar grundlos aggressiv nach vorne gehen, starke Persönlichkeiten haben und
sich durchzusetzen wissen.
Starke Persönlichkeiten, haben so etwas gar nicht nötig, die unsicheren Kandidaten neigen viel eher  dazu nicht denkend übers Ziel hinaus zu schießen und sich oft der Situation unangepasst zu verhalten. So auch Krümel.
Der Umgang mit so einem Hooligan in der Öffentlichkeit ist weder schön, noch einfach und wer mich länger kennt, weiß, dass ich mich ungern mit halben Sachen zufrieden gebe.
Der Gedanke , dass dieses Verhalten Krümel mindestens so sehr belastet wie mich hat mich immer wieder beschäftigt, ist es doch mein Anspruch, einem Lebewesen in meiner Obhut sein Leben so angenehm wie möglich zu machen und Fakt ist: Einem Hund der dauernd aus dem Hemd springt geht es nie gut.
Fünf Jahre hat es gedauert und viel Tränen und Frust gekostet, bis wir durch eine klitzekleine Maßnahme auf einmal ganz große Schritte nach vorne machen konnten:
Ich habe lediglich eine Komponente seines Futter verändert, nachdem ich in einem Seminar zum Thema Verhalten und Ernährung hörte, dass es laut wissenschaftlicher Studie erwiesen ist, dass Hunde Kohlenhydrate brauchen und diese auch verwerten können,
Damit haben sich meine Erfahrungen lediglich bestätigt. Super, aus dem Bauch raus richtig gemacht, auch wenn mich viele belächelt und auch verurteilt haben – wie schlecht ich meine Hunde füttern würde. Der Erfolg hat mir letztendlich Recht gegeben und ich bin dankbar, dass ich es trotz allem Gerede beibehalten habe.
Ein weiterer Punkt, der damals in dem Seminar besprochen wurde war der Kampf der unterschied- lichen Botenstoffe fürs Gehirn an der Blut – Hirn Schranke und welche Auswirkungen ein ungünstiges Verhältnis dieser Botenstoffe auf das Verhalten hat.
Zum einem liefern die Kohlenhydrate den Hauptanteil an Tryptophan,
ein Botenstoff den das Gehirn dringend benötigt um Melatonin zu bilden – wichtig für ausreichende und gute Schlafqualität und förderlich für eine gute Stressresilienz. Außerdem fördert es die Serotoninausschüttung und macht den Hund insgesamt eher gelassener. Das hatte ich ja schon mal richtig gemacht. War aber anscheinend nicht ausreichend.
Denn die im Fleisch enthaltene Aminosäure Phenylanalin, erschwert die Aufnahme des Tryptophans oder verhindert sie sogar. Das war für mich neu und damit die noch viel wichtigere Information.
Der erste Gedanke, noch weniger Fleisch zu füttern, obwohl ich damit ohnehin schon eher geizig bin, fühlte sich nicht gut an und so war ich um so glücklicher mit der Information, dass unterschiedliche Fleischsorten entsprechend unterschiedliche Mengen an Phenylanalin enthalten.Genau darauf habe ich reagiert und ganz einfach die Fleischsorten gewechselt.
Was dann passiert ist konnte ich kaum glauben – meine Umgebung und ich konnten regelrecht zuschauen wie Krümel sich von Tag zu Tag positiv verändert hat, wenn er sonst von 0 auf Hundert in 0,2 Sekunden war, hatte ich plötzlich und unerwartet Zeit – nicht viel –  aber immerhin, die Chance ihm zu vermitteln – Probleme lösen wir zusammen und anders als bisher. Es gelang mir Blicke von ihm einzufangen bevor er selbstständig reagierte, angesprochen konnte er sich plötzlich abwenden von dem was ihn triggerte, er konnte viel leichter Pause machen, er lief nicht mehr speichelnd durch unbekanntes Gebiet, er konnte es auf einmal ertragen auch mit verringerter Distanz mit anderen Hunden gemeinsam spazieren zu gehen und er wollte und konnte schlafen – forderte es geradezu ein – was für ein Gewinn an Lebensqualität für uns beide.
Das war so viel und auffällige Veränderungen, dass ich es kaum fassen konnte und damit einen Beweis forderte. Nichts leichter als das, ich habe einfach wieder die Fleischkomponente in alt herkömmliches verändert und siehe da, sofort war der alte Krümel mit all seinen Stresssymptomen zurück. Mir reichte das als Beweis und fortan gab es wieder ausschließlich Phenylalanin armes Fleisch und Krümels  Entwicklung konnte Schritt für Schritt weiter voranschreiten. Heute – zwei Jahre später – hat sich Krümels positive Veränderung so sehr gefestigt, dass es sogar möglich ist ihn als Helferhund mit einzusetzen. Es interessiert ihn einfach nicht, wenn sein Gegenüber die Nerven verliert und er ist mittlerweile eine unverzichtbare Unterstützung in meinen Hunderunden mit Hunden, die ein ähnliches Problem wie er haben. Ich bin unendlich dankbar für diese Lernerfahrung am lebenden Objekt und stolz, nie aufgegeben zu haben.
Kann ich doch auf diese Weise, noch viel gezielter Hunde und Menschen durch optimale Kombination von Ernährung und Verhaltenstraining helfen, sich schnellstmöglich aus
der Stressfalle zu lösen und zügig gute Lernerfahrungen zu machen um daran zu wachsen.
Möchtest Du wissen wie das geht? Ruf mich an – es gibt immer eine Lösung!

Bis bald
Deine Katrin  

 

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2 Antworten auf | Nudeln machen glücklich

  1. Uschi Freckmann sagt:

    Liebe Katrin, sehr interessant was Du hier geschrieben hast, danke für den tollen Artikel. Eine Frage: Welches Fleisch und wie viel fütterst Du jetzt Deiner Fellnase?
    Was fütterst Du außer Nudeln noch? Ich habe einen Herdenschutzhund die ja aus wenig viel Energie ziehen. Er ist erst seid 1 Woche hier und ist leider kein guter Fresser, aber gebratendes Hackfleisch mit Nudeln und Karotten findet er klasse. Würde mich über eine Rückantwort freuen. LG Uschi

    • Katrin sagt:

      Liebe Uschi, 
      danke für dein Feedback! Die Fütterung eines Neuankömmlings ist oft durch den hohen Stresspegel nicht so einfach. Gerne unterstütze ich dich dabei, brauche dafür bitte ein paar mehr Infos. Ich würde mich sehr über ein Telefonat freuen, da kommen wir dann besser und vor allem schneller zu den Dingen die richtig wichtig sind am Anfang. Ruf mich bitte an: 0177 – 2097528
      Bis bald 
      Katrin

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